2025 - AURA von Diana Moreira

2025 - AURA von Diana Moreira

Diana Moreira, Portugal


Warum hast du dich entschieden, Designerin zu werden?
Schon als Kind war ich neugierig auf die Gegenstände um mich herum. Inspiriert von meinem Vater erinnere ich mich daran, wie er undefinierbare Dinge baute, die am Ende immer eine klare Funktion hatten.
Das Produktdesign hat mich wegen seiner Fähigkeit fasziniert, Ästhetik, Funktionalität und Empathie zu vereinen. Ich liebe die Vorstellung, dass alles zu Lösungen führt, die das Leben verändern, Verhalten beeinflussen und sogar Gefühle hervorrufen. Diese menschliche, einfühlsame Antwort ist es, was mich als Designerin antreibt.
Wo findest du deine Inspiration? (für den Entwurf des Wettbewerbsstuhls)
Ich lasse mich stark von der Natur inspirieren, insbesondere von fließenden und organischen Formen. Bei der Aura wollte ich diese natürliche Harmonie widerspiegeln.
Sie wurde entworfen, um eine starke visuelle Präsenz zu haben, einladend und sanft im Griff, Neugier zu wecken. So wie in der Natur Form und Funktion in perfekter Harmonie koexistieren, wollte ich dieses Prinzip in das Design übertragen und einen Stuhl schaffen, der den Nutzer auf natürliche und fließende Weise empfängt.
Wie sieht dein kreativer Prozess aus?
Ich interessiere mich sehr für Natur und Bionik – für organische Formen, intelligente Strukturen und dafür, wie in der Natur alles Funktion und Ästhetik harmonisch vereint.
Mein kreativer Prozess beginnt mit Beobachtung und Kontextrecherche. Ich arbeite stark nutzerzentriert, analysiere das Umfeld, erkenne Bedürfnisse oder Wünsche und lasse intuitive Ideen entstehen – immer begleitet von einer Validierungsphase.
Wenn möglich, hole ich das Feedback der Zielgruppe ein, da es wertvolle Perspektiven bietet.
Ich glaube, dass Design Bedeutung und Absicht haben sollte. Jedes Projekt ist auch ein Akt der Empathie – sich in andere hineinzuversetzen und sich vorzustellen, wie das Produkt erlebt wird.
Welche Auswirkungen hatte der Gewinn des ESAD-Wettbewerbs?
Der Gewinn war eine große Motivation und eine Bestätigung meiner Arbeit.
Mit Aura hatte ich die Möglichkeit, alle Projektphasen zu begleiten – vom Konzept bis zur Produktion – und an Messen wie dem Salone del Mobile in Mailand teilzunehmen, wo ich wertvolles Feedback erhielt.
Es war ein Meilenstein in meiner Laufbahn als Designerin, der meine Begeisterung für Möbel weiter gestärkt hat.
Was ist für dich das wichtigste Merkmal beim Entwurf eines Stuhls?
Für mich sind Ergonomie und die Einbindung in die Umgebung entscheidend.
Bei Aura war die Balance zwischen Komfort und Stil das Ziel – ich wollte, dass der Nutzer sich sowohl körperlich als auch emotional angesprochen fühlt.
Zudem ist eine stimmige Ästhetik im Kontext der Nutzung unerlässlich. Auch müssen anspruchsvolle Nutzungsszenarien vorausgedacht werden, um Stabilität, Widerstandsfähigkeit und Langlebigkeit sicherzustellen.
Warum ist es wichtig, dass Studierende die Fabriken von Herstellern besuchen?
Weil es uns der Produktionsrealität näherbringt.
Materialien, Maschinen, Prozesse und die Menschen vor Ort zu sehen, verändert unser Verständnis für Design. Man erkennt, dass nicht alles machbar ist und Kompromisse nötig sind.
Technische Grenzen zu verstehen und Projekte entsprechend anzupassen, ist entscheidend. Diese Nähe führt zu bewussteren Designern und besseren Ergebnissen.
Was glaubst du, ist die Zukunft des Designs? Oder die nächste große Entwicklung?
Ich denke, dass Design eine immer größere Verantwortung tragen wird – ökologisch und sozial.
Technologie, insbesondere Künstliche Intelligenz, wird eine wichtige Rolle spielen, da sie Prozesse optimieren kann.
Wichtig ist dabei, dass man sie sinnvoll einsetzt – ohne dabei Intuition und den kritischen Blick des Designers zu verlieren.
Welches Projekt war bisher deine größte Leistung?
Ganz klar: Aura.
Dass es sogar eine zweite Version gab, die ebenfalls gut ankam – z. B. auf dem Salone del Mobile in Mailand und der HD Expo + Conference – war für mich eine große persönliche und berufliche Errungenschaft.
Die Produktion zu begleiten, professionelles Feedback zu erhalten und die Stücke auf international bekannten Messen zu präsentieren, war eine prägende Erfahrung.
Ich bin echten Herausforderungen begegnet, habe Kompromisse geschlossen und viel gelernt – über Design und über mich selbst.
Wo siehst du dich in 10 Jahren?
Ich würde sehr gerne im Bereich Möbel arbeiten – wohin genau die Reise geht, weiß ich noch nicht.
Was ich aber weiß, ist, dass ich weiter wachsen möchte – persönlich und beruflich, mit Ehrgeiz und Hingabe.
Dieses Streben nach Weiterentwicklung ist mein täglicher Antrieb.
Egal wie der Weg aussieht: Ich möchte mit Sinn gestalten, mich weiterentwickeln und im Alltag der Menschen etwas Positives hinterlassen.

       
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